Von Robin Voss
Rainer Brüderle macht Schlagzeilen. Er
soll, anscheinend betrunken, eine Stern-Reporterin angemacht haben
welche seine innigen Gefühle wohl nicht geteilt hat. Und das wird
nach der Ernennung zum Spitzenkandidaten publiziert. Autsch.
Die Medien haben das mit Absicht
geplant. Sagt die FDP. Dass der Redaktionsschluss zur aktuellen
Sternausgabe vor der Ernennung zum Spitzkandidaten gewesen sein
dürfte versteht die FDP wohl nicht. So wird von einer Kampagne der
Presse gegen Brüderle gesprochen, im Zweifelsfall denunziert man die
Presse und vorallem die betroffene Dame.
Ich möchte klarstellen: Es
interessiert mich nichts weniger als das Privatleben von Rainer
Brüderle, sogar Daniela Katzenberger und die Wollnys stehen in
meinem Interessenranking über ihm. Rainer Brüderle kann in seiner
Freizeit tun und lassen was er möchte, in seinem privaten Umgang
muss er sich nur vor den Anwesenden und sich selbst rechtfertigen.
Ich werde hier jedoch in keinem Punkt sein Verhalten relativieren.
Was viel erschütternder ist, mit wie
viel Chauvinismus manch einer Brüderle zur Seite springt. Solange es
beim in den Ausschnitt gucken, bei einem blöden Spruch oder
vielleicht sogar einem Grabscher bleibt sei die Welt doch in Ordnung.
Bitte?
Wo beginnt Sexismus und – die viel
wichtigere Frage - wo hört er auf?
Hat nicht erst vor kurzem eine
Vergewaltigung in einem indischen Bus stattgefunden bei der eine
junge Frau ums Leben kam? Alle fanden dies schrecklich, wohl auch
Rainer Brüderle. Doch auch diese Handlung fußt auf Sexismus,
ausgelöst von einem Frauenbild, welches sie zu einem Lustobjekt ohne
Rechte degradiert.
Ich bin der letzte Mann auf dieser
Welt, der fordert, dass wir den Unterschied der Geschlechter aufheben
sollen – der Unterschied zwischen Mann und Frau ist von der Natur
gegeben und mündet auch in unterschiedlichen Kleidungsstilen (Ich
trage kein Make-up und keine High Heels was wohl an meinem Geschlecht
liegt und Hemd und T-Shirt steht mir meines Erachtens auch eindeutig
besser als ein luftiges Sommerkleid), im unterschiedlichem Umgang zu
Freunden und Freundinnen und auch Verhalten gegenüber dem anderen
Geschlecht. Allerdings möchte ich anmahnen, dass im alltäglichen
Leben der Respekt voreinander an erster Rolle stehen muss.
Ich will nicht, dass Rainer Brüderle
als schlechter Mensch dasteht, das weiss ich nicht, ich kenne ihn
nicht, ich beurteile Politiker lieber nach Ihrem Wirken und da kann
ich klar sagen, dass Brüderles größte politische Leistung wohl das
Ankurbeln der Weinindustrie in Rheinland-Pfalz nach seinem Besuch bei
Harald Schmidt war der unter dem Titel „Saufen mit Brüderle“
stand.
Es ist eher ein Problem einer
Generation von Männern, welche es nicht besser weiss. Klar,
Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, aber es ist wichtig, dass man
darauf aufmerksam macht, dass dieser Umgang mit Frauen, welchen wohl
auch „Spitzen“politiker dieses Landes pflegen, wohl aus einer
anderen Welt kommt und sich dieses Verhalten wohl auch weiter in
jüngere Generationen vererben wird, falls man sich nicht in aller
Öffentlichkeit dagegen stellt.
Jeder Mann, der dies liest, sollte sein
Verhalten gegenüber Frauen, unabhängig ob er sich für einen
Brüderle hält oder nicht, überdenken.
P.S. An alle Jungs: Es ist auch viel
schöner ein Gentleman zu sein wie ein lüsterner Prolet ;-)
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